Selbstwert im Babyalter – so sollen wir geprägt sein! Es ist kaum zu glauben. Doch unsere ersten drei Jahre sind entscheidend für unser weiteres Leben. In dieser Zeit lernen wir die Grundmuster unseres Verhaltens, was uns Sicherheit gibt und was und in Angst oder sogar Panik versetzt.
Dieses Wissen ist erst ein paar Jahrzehnte alt und dass die Basis für Selbstwert im Babyalter geprägt wird, war unbekannt. Verschiedene Forschungszweige haben auf diesem Gebiet Entscheidendes geleistet, um unsere Verhaltens- und Gesprächsmuster besser zu verstehen. Mit diesem Verständnis können wir lernen, uns sowohl für uns selbst als Erwachsene als auch für unsere Kinder “Mensch und Hirn gerechter” zu verhalten und zu leben.
Ein Vortrag zur Vertiefung
Wenn du das Thema Prägung und Selbstwert im Babyalter vertiefen und besser verstehen möchtest, empfehle ich dir diesen Vortrag.
Gerald Hüther – Hirnforscher
Der 👉 Vortrag von Gerald Hüther verdeutlicht einfach und eindrücklich, dass innere Haltungen, Glaubenssätze und so auch der Selbstwert im Babyalter entstehen und Menschen nachhaltig prägen. Ein sehr informativer Vortrag.
Viele weitere Bücher, Videos, Interviews und Vorträge findest du auf der 👉 Webseite von Gerald Hüther. Gerald Hüther ist emeritiert und war bis vor kurzem Professor für Neurobiologie an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen.
Ich habe die Ausbildung zum Potentialentfaltungscoach bei ihm absolviert, um diese Inhalte noch tiefer zu verstehen und noch besser unterrichten zu können.
Prägungen lassen sich verändern – Links
Diese Prägungen kannst du dir jetzt im Erwachsenenalter bewusst machen und sie verändern. Ebenfalls bis vor kurzem wussten wir nur “Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr” und deshalb mussten Kinder unbedingt “erzogen” werden.
Inzwischen wissen wir, dass unser Hirn sich tagtäglich weiterentwickeln, wenn wir es dabei unterstützen und nicht nur im Handy scrollen. Prägungen, die uns daran hindern frei und selbstbewusst unser Leben zu gestalten, können verändert und so vertieft werden, dass wir nicht mehr automatisch reagieren, sondern unsere Reaktionen bewusst gestalten können.
Die Unterstützung dieser Prozesse gehört seit 30 Jahren zu meiner Kernkompetenz.
Kommunikationsmuster
🔹 Im Zusammenhang mit deinen 👉 Kommunikationsmustern, findest du eine sehr ausführliche Übersicht, wie du vertiefen und verändern kannst.
Prägungsmuster
🔹 Oder wenn du dir gerne einen Überblick über deine Prägungen machen möchtest, findest du 👉 hier eine weitere, vertiefende Möglichkeit.
5 FAQs zu Prägung und Selbstwert im Babyalter
Entsteht Selbstwert wirklich schon im Babyalter?
Ja. Die Grundlagen für Selbstwert werden in den ersten Lebensjahren gelegt – vor allem über Beziehungserfahrungen. Babys entwickeln ihr inneres Sicherheitsgefühl nicht durch Worte, sondern durch Resonanz: Wird auf ihre Bedürfnisse verlässlich reagiert? Werden sie gesehen, gehalten, beruhigt? Aus diesen Erfahrungen entsteht unbewusst ein inneres Bild von sich selbst und von der Welt.
Bedeutet frühe Prägung, dass Eltern „alles richtig machen müssen“?
Nein. Selbstwert entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch ausreichend stimmige Beziehung. Entscheidend ist nicht, dass Eltern immer passend reagieren, sondern dass es Reparatur gibt: Nähe nach Irritation, Verbindung nach Trennung. Gerade diese Erfahrungen stärken langfristig innere Stabilität und Vertrauen.
Welche Rolle spielen Stress und Überforderung im frühen Kindesalter?
Anhaltender Stress – etwa durch emotionale Nicht-Erreichbarkeit, Daueranspannung oder fehlende Co-Regulation – kann die Stresssysteme des Kindes stark prägen. Das Nervensystem lernt dann früh, in Alarmbereitschaft zu gehen. Diese Muster zeigen sich später häufig in Gesprächen: als Rückzug, Anpassung, Kampf oder innere Erstarrung.
Ist frühe Prägung unveränderlich?
Nein. Das ist einer der wichtigsten Erkenntnisfortschritte der letzten Jahrzehnte. Unser Gehirn bleibt lebenslang formbar. Früh entstandene Muster können im Erwachsenenalter bewusst erkannt, verstanden und “neu organisiert” werden, insbesondere über Beziehung, Körperwahrnehmung und reflektierte Kommunikation.
Was hilft Erwachsenen, ihren frühen Selbstwert heute zu stärken?
Der erste Schritt ist Verständnis statt Selbstverurteilung: Viele heutige Reaktionen sind alte Schutzstrategien. Durch achtsame Selbstbeobachtung, neue Beziehungserfahrungen und eine veränderte innere Haltung lassen sich diese Muster schrittweise verändern. Besonders wirksam ist die Arbeit an eigenen Kommunikationsmustern, weil sie direkt mit frühen Bindungs- und Sicherheitserfahrungen verbunden sind.
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Bildquellen
- Gewaltfreie Kommunikation, Wertschätzung und klare Körpersprache: Stock Adobe
